Die Mitglieder der CDU im Ortsrat Holdenstedt/Klein Süstedt stellten im Rahmen der Haushaltsplanberatung 2022 an die städtische Verwaltung mehrere Fragen. Eine öffentliche Behandlung der Fragen war durch die Mehrheitsgruppe aus UWG und SPD nicht gewünscht und sie stimmten gegen eine öffentliche Behandlung in der Ortsratssitzung. Die Antworten der städtischen Verwaltung wurden uns somit lediglich schriftlich übermittelt und werden dem Protokoll mit Veröffentlichung angehängt. Ein solches Verfahren entspricht nicht unserer Vorstellung einer transparenten Ortsratspolitik. Wir als CDU Holdenstedt möchten die Antworten jedoch gerne möglichst breit mit den Bürgerinnen und Bürgern diskutieren und daher veröffentlichen wir sie auf unserer Homepage. Einen Austausch zu den gestellten Fragen und gegebenen Antworten werden wir auch über unsere Facebook-Seite anbieten.

Mit den gestellten Fragen verfolgen wir das Ziel, rechtzeitig in Erfahrung zu bringen, ob die infrastrukturellen Voraussetzungen für einen Ganztagsschulbetrieb am Standort in Holdenstedt auch weiterhin gegeben sind, der Standort somit gesichert ist und unter welchen besonderen Anforderungen der Schulbetrieb bei der anhaltenden Corona-Pandemie durchgeführt wird.

Für uns als politische Vertreter in den Gremien sind umfassende Informationen unerlässlich, um darauf aufbauend die erforderlichen Maßnahmen vorausschauend anstoßen zu können. Der zu führende politische Diskurs schafft zudem die Basis, um dann zielgerichtet darauf reagieren zu können. Daher wollten wir wissen:

  1. Wie viele Schüler werden derzeit an der Grundschule in Holdenstedt unterrichtet?
    • Antwort: An der Grundschule Holdenstedt werden derzeit 97 Schülerinnen und Schüler (SuS) unterrichtet.
  2. Wie sieht die Schülerentwicklungsprognose für die nächsten Jahre aus?
    • Antwort:
  3. Wie hoch ist die Schülerzahl, die nicht im eigentlichen Schuleinzugsgebiet wohnen?
    • Antwort: Zum Stand der Schulstatistik wird die Schule von 27 SuS besucht, die nicht im Schulbezirk der Schule wohnen. 6 SuS aus dem Stadtgebiet besuchen die Schule im Rahmen einer Gestattung nach § 63 (3) NSchG. 21 SuS aus anderen Gemeinden besuchen die Schule aufgrund des Ganztagswahlrechts nach § 64 (4) NSchG (9 SuS aus der SG Aue, 12 SuS aus der SG Suderburg).
  4. Wie viele Schüler haben einen besonderen Förderbedarf und welche Angebote werden diesen Schülern für eine zielgerichtete Förderung unterbreitet?
    • Antwort: Zum Stand der Schulstatistik wird ein Kind mit festgestelltem sonderpädagogischen Unterstützungsbedarf an der Schule unterrichtet.
  5. Mit dem Beschluss im zuständigen Gremium der Grundschule und durch Beschluss im Rat der Hansestadt Uelzen wurde ab 2015 der offene Ganztagsschulbetrieb eingeführt. Für den Schulbetrieb im Ganztag waren umfangreiche Baumaßnahmen erforderlich.
    1. Konnten alle erforderlichen Baumaßnahmen abgeschlossen werden und ist somit ein geregelter Schulbetrieb als Ganztagsschule gegeben?
      • Antwort: Die aus dem Förderprogramm „Infrastrukturausbau Ganztag“ geförderten Baumaßnahmen an der GS Holdenstedt (Umnutzung der Hausmeisterwohnung, Umgestaltung innerer Pausenhof) wurden letztes Jahr grundsätzlich abgeschlossen. Es müssen jetzt nur noch Restarbeiten erledigt werden (Putz- und Malerarbeiten, Elektroarbeiten z.B. im Treppenhaus, Einbau und Anarbeitung von Türen, Einhausung des Kopierers). Für diese Maßnahmen konnten Fördermittel in Höhe von 148.000 EUR eingeworben werden. Nach dem Umzug der Schule (voraussichtlich in den Osterferien) in die neuen Räume im 1.OG werden die dadurch freiwerdenden Räume teilweise als zusätzliche Gruppenräume hergerichtet.
    2. Wie viele Schüler/innen nehmen das Angebot der Nachmittagsbetreuung war?
      • Antwort: Zum Stand der Schulstatistik haben 76 SuS das Ganztagsangebot an mind. einem Tag/Woche wahrgenommen.
    3. Was beinhaltet das pädagogische Konzept für die Nachmittagsbetreuung, um gerade auch die kognitiven und sozialen Kompetenzen zu fördern?
      • Antwort der Schulleitung: In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass viele berufstätige Eltern für ihre Kinder eine verlässliche Betreuung nach Unterrichtsschluss benötigen. So ist die Zahl der zur Betreuung angemeldeten Kinder aus den Jahrgangsstufen 1 und 2 im Rahmen der verlässlichen Grundschule stetig gestiegen (2010 ca. 50 %, 2021 ca. 98 %). Die Ganztagsgrundschule bietet allen Kindern, auch Kindern aus sozial benachteiligten Elternhäusern und Kindern mit emotionalen, sozialen und körperlichen Auffälligkeiten, die Möglichkeit im Rahmen der Angebote des Ganztages an musischen, kreativen und sportlichen Aktivitäten teilzunehmen.

        Darüber hinaus stellt die Betreuung der Hausaufgaben für viele Familien eine hohe Anforderung dar. Zum einen fehlt die Zeit durch Berufstätigkeit zum anderen wird die Situation aus unterschiedlichen Gründen zu einer Belastungsprobe zwischen Kind und Eltern. Mit angemessener Zuwendung und Unterstützung können während der Hausaufgabenbetreuung mit gezielten Fördermaßnahmen auch Kinder aus bildungsfernen Elternhäusern gleichberechtigt lernen.

        Als wichtiger Bestandteil einer gesunden Entwicklung dient auch das tägliche Mittagessen, welches nicht in allen Elternhäusern gewährleistet werden kann. Mitunter sind Kinder gezwungen, sich selbst zu versorgen und müssen ohne warme Mahlzeit auskommen.

        Des Weiteren bietet die ganztägige Betreuung für viele Kinder die Gelegenheit mit Gleichaltrigen zu spielen und ihre Sozialkompetenz zu erweitern. Dies ist für eine aktive Freizeitgestaltung in der von digitalen Medien geprägten Zeit unabdingbar. Wir machen unsere Angebote im Rahmen des Bildungsauftrages gemäß § 2 des NSchG unter besonderer Beachtung folgender Leitsätze:

        Kinder brauchen Raum, Zeit und Bewegung.

        Die Kinder verbringen einen großen Teil ihres Tages in der Schule; mit dieser Lebenszeit muss verantwortungsbewusst und behutsam umgegangen werden.

        Die Ganztagsschule ist keine Erweiterung der vormittäglichen Lernschule im Klassenraum.
        Das Ganztagsangebot soll den Kindern die Möglichkeit einer verlässlichen Betreuung und sinnvollen Freizeitgestaltung geben. Zudem erfahren sie ein vielfältiges Angebot an Lernmöglichkeiten, das sie gemeinsam mit anderen Kindern wahrnehmen können. Das soziale Lernen steht im Mittelpunkt unserer Arbeit.
    4. Wird eine regelmäßige Hausaufgabenbetreuung für die Nachmittagsbetreuung vorgesehen?
      • Antwort der Schulleitung: Es gibt eine tägliche Hausaufgabenzeit, die durch eine Lehrkraft oder pädagogische Mitarbeiterin betreut wird. Momentan findet diese Zeit im Klassenverband statt.
    5. Werden unter Einbindung von außerschulischen Trägern auch außerunterrichtliche Angebote im Nachmittagsbereich den Schülern unterbreitet?
      • Antwort der Schulleitung: Momentan finden, aufgrund der Coronasituation keine Angebote von außerschulischen Trägern statt. Aber auch davor war es unerwartet schwierig, Kooperationspartner zu finden. Die Bereitschaft der Vereine und Verbände zu kooperieren war sehr gering. Die Freiwillige Feuerwehr Holdenstedt hat eine sehr gute Kooperation durchgeführt.
    6. Mit welchen außerschulischen Trägern arbeitet die Grundschule Holdenstedt zusammen und welche Schwierigkeiten ergeben sich bei einer solchen Zusammenarbeit?
      • Antwort der Schulleitung: Die Kooperation mit der Feuerwehr Holdenstedt läuft unproblematisch und stellt eine sehr gute Bereicherung des Ganztages dar.
  6. Die Corona-Pandemie hat erhebliche Auswirkungen auf den täglichen Schulbetrieb. Lehrkräfte und auch Schüler haben fast täglich durch die Pandemie neue Herausforderungen zu meistern, wie z.B. die Umsetzung von sich stetig ändernden Rechtsvorgaben, Testen, Lüften, Homeschooling, etc.
    1. Wie meistert die Grundschule Holdenstedt diese besondere Herausforderung?
      • Antwort der Schulleitung: In der Tat stellt die Coronasituation die Gesellschaft und somit auch die Grundschule Holdenstedt vor große Herausforderungen. Es lastet eine sehr große Verantwortung bei der Schule. Zusammenfassend kann definitiv gesagt werden, dass es täglich neue Herausforderungen gab, die wir zu meistern hatten. Es gab auf der einen Seite sehr viele formale Vorgaben, die berücksichtigt werden mussten. Vor allem waren und sind es aber die Kinder, die für uns stets im Mittelpunkt stehen. Die Kinder müssen gut begleitet werden in dieser Krisensituation. Durch den häufigen Distanzunterricht musste gut aufgepasst werden, dass ein reger Kontakt zwischen der Klassenlehrkraft und jedem Schüler erhalten blieb. Auch technische digitale Aufrüstungen mussten erst auf den Weg gebracht werden. Es könnten noch sehr, sehr viele Beispiele aus dem täglichen Schulleben berichtet werden….. Wir haben stets versucht, auf Sicht, immer den besten Weg zu finden. Unsere Maxime war es immer, den Menschen im Blick zu haben und die Schule als einen sicheren Ort zu gestalten.
    2. Sind aufgrund der Corona-Pandemie besondere technische Maßnahmen an der Grundschule in Holdenstedt erforderlich bzw. vorgesehen, wie z.B. eine Zwangsentlüftung, Tablets, etc.?
      • Antwort: Maßnahmen zur Verbesserung der Raumluft wurden an allen Grundschulen geprüft. In Räumen, in denen keine optimalen Lüftungsmöglichkeiten vorhanden waren, wurden Fenster ausgetauscht oder die Räume mit Luftfiltergeräten ausgestattet. An der Grundschule Holdenstedt wurden 24 Fenster ausgetauscht. Für sämtliche Klassenräume, inklusive der Turnhalle wurden sogenannte CO-2-Ampeln beschafft, mit denen sich die Raumluftqualität ständig überwachen lässt.

        Tablets: Um unsere Schulen im Stadtgebiet gegebenenfalls auf notwendige Schulschließungen und einen Distanzunterricht vorzubereiten, wurden nach dem Bedarf der Schule insgesamt 15 iPads beschafft. Sämtliche Lehrer (9) wurden mit mobilen Endgeräten ausgestattet. Der Schulserver (iServ) wurde als Kommunikationsplattform für den Distanzunterricht eingerichtet und die Schule mit einem flächendeckenden WLAN ausgestattet.

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